Experiment Fermentation – Das Sauerkraut ist…..

Ja – nun bin ich in der glücklichen Lage aus dem Vollen schöpfen zu können.

Das Sauerkraut ist voll und ganz gelungen! Und es schmeckt großartig! Sagen wir mal so – der Stolz, den ich dabei empfinde, ist sehr groß.

Für mein Sauerkraut habe ich folgendes benutzt:

 

  • 10 kg Weißkohl-Köpfe
  • 160 gr. Salz
  • Wacholderbeere, Lorbeerblätter
  • Gärtopf mit 20 l Fassungsvermögen
  • Kartoffelspampfer

Ich habe zuerst die Köpfe von den äußeren Blättern befreit. Dann habe ich diese halbiert, den Stunk heraus geschnitten und einige schöne große Blätter auf die Seite gelegt.

Dann habe ich das Kraut mit Hilfe meiner Küchenmaschine fein gehobelt. Dann in einer Schüssel mit dem Salz verknetet (wie beim Zubereiten eines Krautsalates). Dieses Kraut habe ich dann lagenweise in den Gärtopf mit dem Kartoffelstampfer schön hinein gestampft. Ziel ist hierbei, dass sich die Lufteinschlüsse verabschieden und der Saft heraus tritt. Ich habe immer wieder eine Lage mit einigen Wacholderbeeren und Lorbeerblättern abgeschlossen, bevor ich neues Kraut drauf gestampft habe.

Zum Schluss so lange stampfen, bis der Saft gut ausgetreten ist. Dann habe ich die gesäuberten, großen Kohlblätter darauf gelegt, das Kraut mit den Gewichten, die beim Gärtopf dabei sind, beschwert und dann den Gärtopf verschlossen.

In das Rinnsal Wasser gegossen (dies ist eine der genialsten Maßnahmen, um Lufteintritt zu verhindern) und dann ca. 1,5 Wochen in der Küche stehen gelassen. Nun habe ich den Topf in den Keller gestellt. Und ich achte immer darauf, dass in dem Rinnsal weiterhin Wasser ist. Nach dem Entnehmen von Sauerkraut bedecke ich das Kraut weiterhin mit den Kohlblättern und den Gewichten.

Das werde ich bestimmt immer wieder machen.

Experiment Fermentation – Das erste Sauerkraut

Ja – an Allerheiligen war es soweit. Endlich konnte ich mir meinen Kopf und meinen Tag freischaufeln.

Ein 10 kg-Sack voller Weißkraut war schon fast beleidigt, weil er scheinbar ohne jede Bestimmung im Keller darauf wartete, endlich verarbeitet zu werden.

Ich hege nun wirklich eine große Liebe zu traditionellen Rezepten, ursprünglichen Zubereitungen von Lebensmitteln und auch zu einer natürlichen Konservierung von Naturprodukten, ohne großen Verlust des Nährwertes. Und ich liebe nunmal wirklich gutes Sauerkraut. Daher war es schon klar, dass ich mir dieses Jahr einen schönen Gärtopf zugelegt hatte.

Und ich habe dann auch noch für mich die Entdeckung gemacht: meine Küchenmaschine kann wunderbar fein raspeln. Somit konnte es am 01.11.2016 los gehen. Neben Salz kamen lediglich Wacholderbeeren und Lorbeer mit hinein. Auf Zugaben wie Buttermilch oder Molke (habe ich in einigen Rezepten gelesen) habe ich bewusst verzichtet. Nach 2 Stunden war alles im Topf und mittlerweile beginnt es zu blubbern. Ich ertappe mich nun schon, dass ich immer wieder mein Ohr an den Topf halte und lausche.

Mal sehen, wie es wird! Noch 3-4 Tage warten, dann wird der Topf in den Keller verfrachtet.

Experiment Fermentation – Saures Roggenmus

Heute habe ich den Roggen fermentieren lassen. Was gar nicht schwer ist, habe ich doch eine Schüssel Sauerteig aus Roggenvollkornmehl im Vorrat.

Also habe ich gestern hierfür genommen:

  • 100 gr. Roggenkörner zu Schrot vermahlen
  • mit 300 ml Wasser verrührt
  • 50 gr. Sauerteig hinzu gegeben

Diese Mischung hat in 24 Stunden gut eingesäuert. Diese Mischung habe ich im Topf mit 1 TL Galgant, 1/2 TL Bertram und 1/2 TL Ingwer aufgekocht und bei geringer Hitze weitere 15 Minuten ziehen lassen. Allerdings war es notwendig, noch mehr Wasser hinzu zu fügen, es dickt ganz schön an.

Der Geschmack erinnert wirklich an richtig deftiges Sauerteigbrot. Ist ja klar. Ich habe noch noch Dörrpflaumen, Leinsamen, Zimt und Apfel hinzu gegeben. Mir hat es wirklich sehr lecker geschmeckt. Das wird es bestimmt, bald wieder geben 🙂

experiment-fermentation-saures-roggenmus-04-10-2016

Experiment Fermentation – Erstes Habermus

Heute habe ich mal einen wirklichen Klassiker zubereitet. Das berühmte Habermus nach Hildegard von Bingen. Allerdings habe ich ja schon durch ein fermentiertes Haferflockenporridge diesen Geschmack, den die Fermentation hinterlässt, so lieben gelernt, dass ich da jetzt auch für meine Frühstücksbreie experimentieren  möchte. Ich bin bekennender Brei-Fan. In der Kindheit viel Gries- und Haferbrei gegessen. Das ist für mich einfach eine perfekte Grundlage für eine nährende Speise, die mir auch unheimlich gut tut.

Ich bereite mir täglich morgens einen anderen Getreidebrei zu. Und dieses Mal bin ich bei meinem Vorstoß, die Fermentation mit zu nutzen, folgendermaßen vorgegangen:

Am Vortag:

  • 150 gr. Dinkel zu groben Schrot gemahlen
  • mit 450 ml Wasser verrührt (in einer Glasschüssel)
  • 2 EL Rejuvelac zu gegeben

Nun das Ganze abgedekt und bei Zimmertemperatur stehen lassen. Heute hatte die Mischung Bläschen an der Oberfläche, jedoch hatte es keinen speziellen sauren Geruch. Ich habe diese Mischung dann in einen Topf gegeben, aufgekocht und 15 Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen. Noch 1 TL Galgant, 1/2 TL Bertram und 1/2 TL Ingwerpulver dazu gegeben. Fertig war der Brei. Er hat jetzt leicht säuerlich geschmeckt – so wie ich es auf jeden Fall mag, aber meiner Meinung nach etwas zu zart. Werde dies wiederholen mit 2 Tagen Ruhezeit.

Alles in Allem bin ich immer mehr begeistert davon. Werde jetzt gleich wieder Getreide mahlen und ansetzen 🙂 Was – erzähl ich euch beim nächsten Mal 🙂

experiment-fermentation-habermus-03-10-2016

Experiment Fermentation – eine neue spannende Welt

Seit einiger Zeit habe ich mich richtig in die Fermentation gestürzt. Angefangen hat es mit Kimchi. Ich hatte einen Chinakohl da und habe mir gedacht, ich könnte doch mal Kimchi ausprobieren. Gesagt, getan. Und es war total einfach und es schmeckt vorzüglich. Zumal stellt es eine sehr gute Art und Weise zur Verfügung, Lebensmittel mit einem guten Nährwert haltbar zu machen. Meiner Meinung nach eine bessere Alternative, als wirklich alles einzukochen.

Nun, ich werde hier immer wieder berichten, da ich mittlerweile wirklich einiges in die Fermentation gebracht habe, und diese auch in meinen täglichen Speiseplan einfließen lasse.

Und zum Start möchte ich euch einen tollen Blog empfehlen:

http://www.wildefermente.de/

Auf diesem Blog kann man in einer sehr gut erklärten Weise alle notwendigen Grundinformationen zu dem Thema erfahren, und auch Gewichte, die die Autorin selbst herstellt, erwerben.

Für mich hat dieses Thema zu einer ganz neuen Fülle an Rezepten und Geschmäckern geführt, und dabei bin ich erst am Anfang dieser spannenden Erfahrungen. Meine Fermentationsexperimente umfassten bis jetzt: Sauerteig, fermentierter Haferflockenbrei, fermentiertes Mus aus Kichererbsensprossen, Rejuvelac, Kimchi.

Ich freue mich schon auf weitere Experimente 🙂

 

Ich möchte auch so weich sein wie Du….

Letztens sah ich eine Diskussionsrunde auf Youtube. Da ging es eigentlich um das Thema „Dick sein – schlank sein“ oder so ähnlich. Naja, jedenfalls eines dieser Themen, welches wohl nicht mehr aus unserer Diskussionskultur weg zu denken ist.

Und da hat eine Dame unter den Gästen erzählt, dass sie geschockt war, als ihre Tochter zu ihr meinte: Aber Mama, ich will auch so weich werden wie Du.

Ich war wirklich gerührt. Ok – jeder muss natürlich selber entscheiden, mit wie viel Körpergewicht er sich selber wohl fühlt. Aber ich war so berührt von diesem Satz. Und meine Erinnerungen gingen nur noch an einen Ort: der Schoß meiner Mutter.

Wie oft habe ich meinen Kopf auf dem Sofa liegend auf den Schoß meiner Mutter gelegt. Der Kopf wurde dann von ihrem Bauch berührt und ich empfand es immer als wunderschön, dass meine Mutter mich weich betten konnte. Wie viele empfinden solch ein Denken heute noch als schön? Ich kann es nicht sagen. Mittlerweile wird eine gewisse Leibesfülle bei Frauen absolut verpönt. Klar, ist doch der Körper eine Visitenkarte dafür geworden, wie sehr man sein Leben im Griff hat.

Aber ist das denn nicht schön, sich daran zu erinnern, dass man als Kind eine weiche und warme Mutter erleben durfte? In die man sich rein kuscheln konnte, bei der man sich einfach nur wohlig gefühlt hat?

 

Eigene Weltbilder – kranke Wiedergabe unserer Gesellschaft

Letztens hat mich eine ganz liebe Freundin auf einen Regenspaziergang am Sonntag eingeladen. Wunderbare Idee. Die Luft war frisch, klar, leicht nebelig, nieselig, aber nicht zu nass. Und die Natur hatte diesen speziellen Geruch, den ich gerade in dieser Zeit so sehr liebe. Und wie es gerade bei uns beiden ist, wurden unsere Gespräche wunderbar innig, gleichschwingend und es wurde hier auch das Thema „Weltbild“ tangiert. Und dieses Thema hat mich nicht mehr los gelassen.

Es beschäftigt mich immer noch. Mein Hirn arbeitet sich von Gedanken zu Gedanken.

Weltbilder werden geschaffen. Das ist so. Was erschreckend ist, ist die Tatsache, dass das Weltbild oft von dem abweicht, was sich wirklich in der Welt abspielt. Sämtliche Dinge, die sich bei uns im Kopf abspielen, sind selbst kreierte Konstrukte, in die wir uns dann mit unseren Gefühlen und Gedanken einfinden. Wenn man sich mit freiem Geist bewegt, viel sich mit seinem Leben beschäftigt, also wirklich lebt, haben wir schon eine Basis für ein „gesundes“ Weltbild. Aber wer hat das? Wer beschäftigt sich mit SEINEM Leben? Wer lebt denn in unserer „Gesellschaft“ denn noch? Wer geht wirklich raus, wer baut das Nutzen von Medien wirklich nur um sein Leben herum und macht es nicht zum Lebensmittelpunkt? Und wie sind die Weltbilder in den Menschen, welche uns erziehen, uns auf das Leben vorbereiten? Dies wird natürlich weiter gegeben.

Es spiegelt sich immer mehr in den Menschen ein nahezu verzerrtes Bild von Werten, Prioritäten, die, wenn man das von außen betrachtet, sehr nebensächlich werden. Menschen, die als Kinder sich Liebe und Anerkennung verdienen müssen, entwickeln neurotische Verhaltensmuster. Diese führen wir dann ganz selbstverständlich im Erwachsenenalter weiter, und kommunizieren das wieder an die eigenen Kinder weiter etc. etc.

Wer wagt denn nun den Blick hinter diese bereits vorbereiteten Kulissen der Welt? Ich kann es nicht oft genug wiederholen: es gibt nichts wichtigeres, als zu Leben – zu sein! Klingt ziemlich einfach daher gebrabbelt. Ist es aber leider nicht. Das ist DIE große Erkenntnis, der wir wieder mehr Aufmerksamkeit schenken sollen! In unserer Idee ist der Leistungsgedanke essenziell. Denn, wir haben ja gelernt, tu dies, und wir feiern Dich! Tu irgendwas nicht, oder nicht so, wie ich mir das in meiner Neurose einbilde, dann erfährst Du Ablehnung. Schon da wird es immer mehr verdeutlicht, dass die Liebe oft nur mit einer Leistung in Verbindung gebracht wird. Was für eine Welt kann bitte daraus entstehen? Eine Welt, die immer mehr von „Zwängen“ erfüllt ist. Die einen glauben, dass alle, die mehr als 4 Stunden schlafen, faul sind, die anderen, dass Mehl einen ins Grad bringt. Welch willkürlich aufgestellten Regeln wollen wir uns denn noch unterwerfen?

Und diese willkürlich gewählten Regeln sind nur zu einem Zweck da: unser Selbstwertgefühl zu untergraben, weil derjenige, der diese aufgestellt hat, selbst keines hat. Damit wird eine Instanz-Situation geschaffen. Wenn andere aus der Angst heraus nach meiner Pfeife tanzen, erhalte ich eine Art Aufmerksamkeit usw.

Wie bedauerlich! Denn sobald man Angst in die Köpfe der Menschen fixiert hat, kann man sie steuern. Und wir lassen uns dankbar steuern! Buhlend um Anerkennung, Liebe, Zuneigung.

Doch an der Stelle eine gute Nachricht: Dieses Weltbild ist Illusion! Die Welt funktioniert ganz anders, als Dir in den Kopf gepflanzt wurde. Ein gesunder Körper und ein gesunder Geist haben sich von diesen Grenzen und diesen wahnhaft eingehaltenen Weltbilder getrennt. Sie fließen einfach! Und wie traurig macht es mich, wie viele Frauen und Mädchen in Weltbildern groß werden, die verhindern, dass ihr wahres Potenzial zu Tage tritt? Frauen, die glauben, sie müssen trotz ihrem Alter von 34 noch immer in eine Jeans passen, die Mädchen tragen, die noch nicht geschlechtsreif sind. Mädchen, die trotz gesundem Körper, der auch noch im Gleichgewicht ist, von sich behaupten, sie seien fett. Ehefrauen, die alles hinnehmen, nur, um nicht einmal einen Konflikt aufkommen zu lassen und somit ein selbstzerstörerisches Verhalten annehmen. Mädchen, die jegliche Nahrung verweigern, weil sie denken, diese nicht zu verdienen. Die Liste ist noch lang.

Mein Wunsch an euch weibliche und göttliche Geschöpfe da draußen: befreit euch von dem Denken, ihr werdet nur geliebt, wenn ihr euch in Formen pressen lasst! Jede von euch ist ein Wesen mit einer wundervollen Seele, die nur noch strahlen kann, weil diese eingezwängt ist von Stacheldraht, Korsetts, Angst und Minderwertigkeitsgefühlen. Es gibt auf der Welt immer Menschen, die euch lieben, so wie ihr seid! Ich sende allen von euch Liebe und wünsche euch von Herzen, dass ihr begreift, dass ihr mehr seid, als Puppen, die nach einem fremden Weltbild zu handeln haben!

Schluss mit der Maskerade – Masken ablegen

ueber-mich

 

Dies ist wirklich ein für mich so wichtiger Schritt gewesen. Endlich den Mut fassen, mich ohne Masken, ohne aufgesetztes Verhalten, ohne Zügel auf die Welt zugehen.

Ich wurde in meinem Leben oft und lange immer wieder damit konfrontiert, dass mein ICH ein Problem darstellt. Mitschüler haben mich gemobbt, frühere Arbeitgeber hatten ständig etwas an meiner Person rum zu mäkeln etc. Mir wurde sogar schon von einer „Freundin“ damals folgendes gesagt: „Du, Andrea, wenn wir in der Stadt sind, und uns kommt ein Junge entgegen, könntest Du bitte auf die andere Straßenseite gehen? Mich sprechen nie Jungs an, wenn Du dabei bist“.

Bis ich eigentlich nur noch eine Karikatur meiner Selbst war. Ich habe eine Rolle eingenommen, von der ich merkte, dass sie zumindest zu einem gewissen Teil akzeptiert wurde. Suchte nach Schubladen, in denen ich Platz finde, um zumindest von diesen bestimmten Menschen für ein bestimmtes Verhalten angenommen zu werden.

Umso mehr ich nun mich selbst, also gemäß meiner inneren Stimme lebe, umso mehr bemerke ich, wenn andere sich Masken anlegen.

Spannend und gleichzeitig traurig finde ich die Tatsache, dass viele Mädchen und noch viele Frauen ein ICH darstellen, von dem sie glauben, dass sie so geliebt werden. Gerade um Männern zu gefallen, werden viele Dinge unternommen. Weg vom eigentlichen ICH – hin zu einer ICH-Darstellung, welche einem standardisiertem Frauenbild genügt. So sollte eine Frau sein. „Sonst gefalle ich den Männern nicht“. Frauen stellen immer mehr Puppen dar, weil sie nie etwas anderes kennen gelernt haben. Frauen sind halt so.

Aber entspricht dies denn wirklich unserem inneren Drang? Wollen wir denn wirklich allen Männern gefallen? Wer hat uns das eigentlich eingepflanzt, dass es unsere „Aufgabe“ zu sein scheint, jedem Mann zu gefallen? Warum sollte ich als Frau denn wirklich ständig jedem gefällig sein? Vor allem habe ich das Gefühl, dass sich das mit den Jahren immer mehr potenziert. Schönheitsideale werden willkürlich immer schwieriger zu erreichen. Es scheint, als müsse man als Frau das „menscheln“ einfach ablegen und permanent als strahlendes, immer gut gelauntes und bequemes Püppchen durch die Gegend stolzieren. Aber nur mal, um das ins rechte Licht zu rücken: wir sind keine Puppen, die nur darauf warten, bis man sie zum Kuscheln benutzen will. Wir sind komplexe menschliche Wesen, mit Bedürfnissen, unser Hormonhaushalt ist wahrscheinlich so komplex wie das Universum selbst, haben Hoch- und Tiefphasen, empfinden Lust und Frust, haben eine eigenständige Sexualität und ihre Bedürfnisse.

Wie kommt es nun dazu, dass ein gesellschaftliches Klima vorherrscht, in dem Frauen glauben, sich nicht mehr so zeigen zu dürfen, wie sie sind und wie sie aussehen? Denn, das betrifft ja nicht nur die optischen Attribute wie Make-Up, Frisuren, und Figur – auch Meinungsäußerungen, Verhaltensweisen, Essen – immer wieder wird man als Frau restriktiert. Als Mädchen musste ich mir anhören „Nicht pfeiffen, das machen Mädchen nicht“. Auch durfte ich mir schon anhören „Kurze Haare sind einfach nicht weiblich“. Nur zur Erinnerung: ich bin von Geburt an eine Frau. Ich muss nicht ständig eine Frau spielen! Klar, ich kleide mich gern „weiblich“. Trage Kleider, Röcke, bunte Kleidung, trage intuitiv gern Schmuck. Lasse mir meine Haare mit Freude wachsen. Aber alles aus einem inneren Impuls heraus. Trotz allem habe ich entschlossen, mich erstmal vom Make-Up fern zu halten. Endlich mal mein Gesicht so zu zeigen, wie es ist. Und es war die beste Entscheidung meines Lebens! Endlich kann ich zu mir stehen. Habe keine Angst mehr davor, dass jemand sagen könnte „Du siehst scheiße aus“ oder „So gefällst Du doch keinem Mann“ oder ähnliches. Ich habe gelernt, meine Wertigkeit nicht mehr von einer gekünstelten Beliebtheit bei anderen abhängig zu machen. Ich liebe mich selbst und werde immer Menschen um mich haben, die mich genauso annehmen. Mit allen meinen Ansichten, Meinungen, meinem Aussehen, meiner Sportbegeisterung, meinem Hang zu ethnischer Kleidung, meiner Naturverbundenheit.

Und ich möchte allen Mädchen und Frauen nur ans Herz legen: Ja, es ist schwierig, sich so zu zeigen wie man ist. Ja, es ist schwierig, der Welt wissen zu lassen, dass man sich selber so liebt, wie man ist, und ihr nicht mehr ein gefälliges Püppchen vorspielen will. Aber in meinen Augen war es das wert! Und ich wünsche allen weiblichen Wesen da draußen, dass sie lernen, wieder sich selbst zu lieben, ohne MakeUp und ohne den Zwang, sich anders darzustellen.

Wir haben alle ein natürliches Strahlen in uns. Und wir kompensieren durch äußere Mittel das Strahlen, welches wir einfach nicht nach draußen lassen wollen. Wir haben Angst, uns so zu geben wie wir sind. Viele Lachen nicht einmal herzlich aus voller Brust. Und diese Schranken gilt es einzureißen. Und dann strahlen wir eine Persönlichkeit aus, welche nicht mehr überpinselt werden muss. Ihr Mädchen und Frauen – es wird Zeit, dass wir wieder strahlen!

 

 

Haarpflege natürlich – Roggenmehlshampoo

Ja, dass gerade ich mal wirklich den Mut fassen werde, meine über 18 Jahre geschundenen Haare und Kopfhaut mit natürlicher Haarpflege zu konfrontieren, hätte man mir früher wirklich nicht schmackhaft machen können. Weil ich einfach davon ausgegangen bin, dass das meine Haare überhaupt nicht als Pflege anerkennen werden.

Dann bin ich auf das Thema „Roggenmehl-Shampoo“ gestoßen. Und habe dieses Experiment vor 8 Wochen gestartet.

Die ersten 2 Wochen waren wahrlich eine Herausforderung. Die Haare haben sich nach dem Waschen elendig angefühlt. Und waren auch ziemlich fettig. Ab der dritten Woche funktionierte es immer besser. Die Fettlösekraft des Roggenmehls hat dafür gesorgt, dass die Haare von überschüssigem Talg befreit wurden, allerdings nicht austrockneten.

Momentan reicht es, wenn ich alle 1,5 Wochen wasche. Hierzu gebe ich die Roggenmehl-Mischung auf das feuchte Haare, lasse das Ganze kurz einwirken, und wasche diese dann mit lauwarmen Wasser ab. Dies dauert allerdings etwas länger, als bei herkömmlichem Shampoo.

Danach braucht man keine Säuerung, da der PH-Wert des Roggenmehls dem der Kopfhaut sehr nahe kommt.

Bürsten der nassen Haare sollte man sich sparen.

Für meine Haare, die etwas länger als schulterlang sind, nehme ich:

  • 4 EL Roggenvollkornmehl
  • etwas Wasser

Die Mischung sollte eine Konsistenz erhalten, welche dem Shampoo ähnelt. Ich rühre dies mit einer kleinen Gabel und die Klümpchen schön zerdrücken 🙂

Auf jeden Fall werden meine Haare jetzt immer besser. Ich werde dieses Experiment weiterhin fortsetzen und bin schon gespannt, wie sich meine Haare noch entwickeln werden.

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Der weibliche Körper – Ekel pur?

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Manche Dinge machen mich einfach nur noch sprachlos. Oft sind es Erkenntnisse, Gedanken, die ich mir aufgrund von Impulsen aus Gesprächen, Berichten, Artikel etc. gewinne.

Heute hatte ich ein wunderbares Gespräch von Frau zu Frau. Und in diesem Gespräch passierten wir natürlich auch das Thema „Menstruation“. Da ging es schon los, dass mir erzählt wurde, dass die junge Generation das Stillen, die Menstruation – also eigentlich alles, was mit dem weiblichen Körper zusammen hängt, als ekelig empfindet. Ich war innerlich total geschockt. Was läuft denn mittlerweile so schief, dass Frau-Sein eigentlich einfach nur als Demonstranz purer Unzulänglichkeiten gilt? Ist es jetzt schon so weit, dass wir Frauen danach streben, alles Frauliche abzulegen, nur, um als „Nicht-Mann“ wenigstens annähernd genauso anerkannt zu werden?

Mir wurde erst jetzt bewusst, wie wichtig es ist, unseren Töchtern, Nichten, Enkelinnen, Schwestern, Cousinen etc. wieder zu vermitteln: Ja, Du bist ein Mädchen und wirst zur Frau. Und Du bist wunderbar, so wie Du bist! Dein Körper birgt ein wundervolles Geheimnis: nämlich, die Gabe, Leben schenken zu können. Und die Mens ist ein Zeichen dafür, dass Du Kinder bekommen kannst. Und weißt Du, was noch wunderbarer ist? Du wirst in der Lage sein, Dein Kind mit Deinem Körper zu ernähren. Denn Dein Körper kann die Nahrung für Dein Kind selbst herstellen! Und das, ohne, dass Du irgendwelche geheimen Maschinen betätigen musst, Du musst nichts dafür tun. Dein Körper kann das ganz allein! Es ist nicht DEIN Fehler, dass Frauen nicht als das respektiert werden, was sie sind. Dies ist ein Fehler, der in unserer Gesellschaft verankert ist.

Mir ist dann schmerzlich bewusst geworden, dass auch in meiner Vergangenheit in der Hinsicht ziemlich viel schief lag. Ich habe mich immer bemüht, meine weiblichen Attribute zu verachten und zu verleugnen. Je dünner ich wurde, desto besser. Ich habe es geschätzt, wenn meine Hüften schmal waren und meine Brüste kaum noch vorhanden waren. Ich schaffe es erst jetzt, nach langer Zeit, endlich zu meiner Weiblichkeit zu stehen. Genauso, wie ich bin.

Was ist nun das Problem? Wir Frauen sind zyklische Wesen, welche in bestimmten Phasen nun einmal nicht auf der Hochzeit unserer Energie befinden. Gerade zur Zeit der Mens tritt Frau in eine Phase ein, in der sie am liebsten den gepflegten Rückzug antreten möchte. Mir selber geht es so. Wenn ich an diesen Tagen aufstehe, merke ich schon, dass der Tag eigentlich ruhig und im Stillen an mir vorbei gehen sollte. Aber nein – ich muss genauso, wie jeder anderer morgens das Haus verlassen, meine Leistung bringen. Das tu ich aber in dieser Phase schon lange. Und das, ohne, dass ich viel im Aktionismus unterwegs bin. Mein Körper vollbringt gerade eine Meisterleistung. Aber dies ist äußerlich nicht erkennbar.

Alles, was uns als Frau so sehr auszeichnet, gilt gleichzeitig in der Gesamtbeurteilung als unzulänglich, hässlich, ekelig – voller „Problemzonen“.

Es wird wirklich Zeit, den nachfolgenden Generationen wieder zu vermitteln, dass wir als Frauen unseren ganz selbstverständlichen Platz haben und wir es nicht nötig haben, uns an einem androgynen oder männlichen Standard messen zu lassen! Es wird Zeit, dass wir Frauen uns wieder selbstverständlich und selbstbestimmt zu unserer weiblichen Identität bekennen und dies wieder leben! Alles Leben-Spendende ist weiblich! Und darauf dürfen wir stolz sein!